BALÁZS VIGH - „Faltenreich“

139. Ausstellung

BALÁZS VIGH

„Faltenreich“

Wir, die BURG galerie coiffeur in L-E – Musberg, Friedrichstraße 4, zeigen vom 06. Dezember 2019 bis 22. Februar 2020 Arbeiten von Balázs Vigh.

Zur Einführung sprach Frau Ursula Karle zu den Bildern. Alle Kunstinteressierten sind immer herzlich willkommen.

Öffnungszeiten: Di – Fr  8 – 18h, Sa 7.30 – 14h

 

Eine Faltung je einfacher desto schöner ist sie.
Ich falte ein A4-Format auf 100 verschiedene Weisen und suche nach der 101. Lösung. Weder Scheren noch Klebstoff sind meine Mitarbeiter. B. V.

 
Die Kunst von Balázs Vigh erscheint uns zunächst wie ein Schmetterling, der am Saum des Horizonts flattert… dann aber gleicht sie Kristallen, die sich verviel-fältigen oder wirkt wie abstraktes Origami. Man fühlt die Zerbrechlichkeit, die Vergänglichkeit des gefalteten Blatt Papiers: Ein Hauch und es fliegt davon! Aber spürbar ist auch die Härte der Kanten und der Stereometrie, die diese scheinbare Freiheit festlegt und an Gesetze bindet. Maurice Dupontel 

Brief von der Schwester…

Liebe Gäste meines Bruders Balázs, Ich möchte einige Worte an Sie richten, ich bin seine Schwester aus Holland. Gerne wäre ich bei ihnen gewesen, aber ich bin unterwegs nach Neu- Zeeland wo mein Sohn mit Familie wohnt. Ich werde meine Enkelkinder nach zwei Jahren wiedersehen.

Mein BRUDER BALÁZS ist 6 Jahre älter als ich… Er war in meiner Erinnerung ein besonderes Mitglied der Familie. Er konnte so leise auffallen wie er war. Auch damals schon, mit seiner immer wieder überraschenden Kreativität. Er konnte basteln wie keiner von uns, konnte schöne Drachen machen und sie auflassen über den Wolken von Budapest wo wir wohnten. Er bastelte ein Miniatur-Schiff aus Holz mit den kleinsten Teilen, ab die ich mich je erinnere.

Tanten, Onkel und Freunde, allen waren beeindruckt und bewunderten ihn. Damals wohnten wir noch zusammen als eine Familie, in Budapest. Nach 1956 aus einander getrieben, haben wir neue „Heimaten“ gefunden. Balázs konnte in Deutschland studieren und ist dem Land bis heute treu geblieben. Ich, meine Eltern und mein jüngerer Bruder sind nach Holland umgesiedelt um ein neues Heim auf zu bauen. Balázs kam jedes Jahr einige Male nach Holland um uns zu besuchen. Er hatte immer wieder etwas Neues mitgebracht zum Zeigen.Seine neuen Kreationen, Experimente, vom Fotografien bis Batiken. Er war derjenige in der Familie der das “Künstlerblut“ in sich hat, sagten meine Eltern immer wieder…

 
Viele Jahre später sagte er einmal: 

“ICH FALTE“…

… aber wie- und- wo- und- was- und woraus, das wussten wir nicht und konnten es nie sehen von weitem . . .
…bis wir einmal bei ihm zu Besuch kamen und sahen wie (ausgebreitet) umfangreich seine Arbeiten und Experimente waren. Seine ganze Wohnung “ Gefaltet” – überall gefaltete Papiere, Stoffe, Blech, ein Durcheinander mit einer Präzision, die wir noch nie gesehen hatten! Wie erstaunt waren wir! Er hatte also viele Jahren- lang experimentiert und gefaltet mit einem ZIEL! Wie konnte er aus einem!! Stück ( Papier ) das Unmögliche falten.
Das war also Balázs.

Das musste einmal organisiert gezeigt werden! – fanden wir und seine Umgebung. 1986 – lange her – hatte er auch in Deutschland eine Ausstellung (im Künstlerhaus in Stuttgart in der Reuchlinstraße). Es wäre schön wieder einmal. Wie und wo… wussten wir noch nicht… das Denken und Organisieren hatte angefangen.

In 2015 ist es uns gelungen mit Hilfe von Familie und Freunden einen Teil von seinen Arbeiten nach Holland zu transportieren um sie zu zeigen. Auch Balázs hatte daran einen großen Anteil und so konnten wir einige Expositionen/ Ausstellungen mit seinen Arbeiten realisieren. JETZT also wieder – bei Ihnen hier. Wie schön in seiner zweiten Heimat.Ich freue mich sehr für ihn!Danke Ihnen Frau Ursula Karle und Frau und Herrn Burg sowie Herrn Styra, dass Sie ihm die Gelegenheit bieten und helfen. Ohne Sie wäre es nicht gelungen. Wie schön, dass Gäste seine – ich bin überzeugt – schöne Arbeit sehen können.

Sie sind jetzt in unsere Familien Geschichte ein bisschen eingeweiht, und ich kann zufrieden sagen:

!! Wir haben getrennt gelebt aber immer zusammengehalten !!
und werden auch weiter zusammenhalten.
Ich bin in Gedanken/Gedächtnis dabei.

Hoffentlich genießen Sie.
Viele Freude im Zusammensein.
ILDIKÓ 

 

 

Die etwas andere Galerie

Schauen Sie doch mal rein… Sie werden überrascht sein über die Qualität der Ausstellungen – und wie sich Handwerk + Kunst verbindet. Es begann 1971 im kleinen Salon mit einer Ausstellung mit Arbeiten von Hans Bäurle. Viele bekannte und noch unbekannte Künstler haben wir ausgestellt, immer mit dem Ziel die Kunst zu fördern und nicht nur unsere Wände zu dekorieren. Ab 1987 im neuen Salon sah alles professioneller aus. Für Maler und Grafiker wie: Max Ackermann, Lilo Rasch-Naegele, Peter Herkenrath, Günter Schöllkopf, Rolf Altena, Horst Peter Schlotter. Fotografen wie: Willi Moegle, René Mächler, Dirk Reinartz – und viele Andere.